Keine Methode, sondern ein Arbeitsverständnis
Der Bits-&-Bots-Weg ist kein Framework. Keine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Und auch kein Idealbild, das erreicht werden muss.
Er ist ein Arbeitsverständnis, das sich aus der Praxis ergeben hat. Aus Beobachtungen im Alltag von Unternehmen aus dem Mittelstand. Aus dem, was funktioniert – und aus dem, was regelmäßig scheitert.
Unsere Philosophie beginnt nicht bei KI.
Sie beginnt bei Arbeit.
1. Pragmatismus vor Perfektion
Perfekte Systeme wirken überzeugend auf Folien. Im Alltag sind sie oft unbrauchbar.
Wir bevorzugen Lösungen, die:
― verstanden werden
― genutzt werden
― angepasst werden können
Eine Automatisierung ist nicht dann gut, wenn sie alles abdeckt. Sondern dann, wennsie eine reale Entlastung erzeugt. Unvollständig, aber wirksam, schlägt vollständig und ungenutzt.
2. Arbeit zuerst, Technologie danach
Technologie ist für uns nie der Ausgangspunkt, sie ist eine Antwort. Der Bits-&-Bots-Weg beginnt mit Fragen wie:
― Wo stockt Arbeit regelmäßig?
― Welche Aufgaben binden Aufmerksamkeit, ohne Wert zu schaffen?
― Wo entsteht unnötige Komplexität?
Erst wenn diese Fragen klar sind, wird über Automatisierung gesprochen. Nicht jede Reibung braucht KI, manche brauchen einfach Klarheit.
3. KI von unten denken
Wir glauben nicht an KI „von oben“. Nicht als strategisches Leitmotiv, nicht als Transformation mit Ansage.
Wir denken KI von unten:
― aus dem Tagesgeschäft heraus
― an konkreten Engpässen
― in kleinen, überschaubaren Schritten
Dort entsteht Akzeptanz. Und dort zeigt sich, ob etwas wirklich hilft.
4. Mensch zuerst – nicht als Floskel
Der Mensch ist kein Störfaktor im System. Er ist der Bezugspunkt.
Deshalb automatisieren wir:
― Wiederholung
― Vorarbeit
― Ordnung
― Überwachung
Und nicht:
― Entscheidungen
― Beziehungen
― Verantwortung
Diese Trennung ist kein Ideal. Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass Automatisierung nicht entfremdet.
5. Transparenz statt Blackbox
Automatisierung erzeugt nur dann Vertrauen, wenn sie nachvollziehbar bleibt.
Wir setzen deshalb auf:
― klare Regeln
― sichtbare Abläufe
― verständliche Logiken
Nicht jede Entscheidung muss automatisiert sein. Aber jede Automatisierung muss erklärbar sein. Blackbox-Systeme mögen leistungsfähig sein. Im KMU-Alltag sind sie oft ein Risiko.
6. Iteration statt Einmalprojekt
KI lässt sich nicht „einführen“. Und schon gar nicht abschließen. Der Bits-&-Bots-Weg versteht Automatisierung als fortlaufenden Prozess:
― beobachten
― anpassen
― vereinfachen
― verbessern
Nutzung kommt vor Optimierung. Erfahrung vor Planung. Das Ziel ist nicht, alles richtig zu machen, sondern schnell zu lernen.
7. Wirkung vor Umfang
Mehr Automatisierung ist nicht automatisch besser. Wir bewerten Lösungen nicht nach:
― Funktionsumfang
― technischer Eleganz
― theoretischer Skalierung
Sondern nach:
― spürbarer Entlastung
― Stabilität im Alltag
― Akzeptanz im Team
Eine kleine Automatisierung, die täglich genutzt wird, ist wertvoller als ein großes System,
das umgangen wird.
8. Verantwortung bleibt beim Menschen
Ein zentraler Grundsatz unserer Philosophie: Automatisierung verschiebt keine Verantwortung.
KI darf vorbereiten, sortieren, überwachen. Sie darf nicht entscheiden, wo Verantwortung getragen wird.
Diese Grenze ist nicht verhandelbar.
Sie ist keine technische Frage,
sondern eine kulturelle.
Wo sie verwischt, entsteht Misstrauen.
9. Nein sagen gehört dazu
Philosophie zeigt sich nicht nur darin, was man tut, sondern auch darin, was man bewusst nicht tut.
Wir bauen keine Lösungen,
― die niemand warten kann
― die nur mit Spezialwissen funktionieren
― die Komplexität erhöhen, ohne zu entlasten
― die Menschen aus der Verantwortung drängen
Nicht aus Prinzip. Sondern aus Erfahrung.
10. Keine Heilsversprechen
Der Bits-&-Bots-Weg ist bewusst unaufgeregt. Wir glauben nicht an Erlösung durch KI.
Und auch nicht an den Niedergang ohne sie. KI verändert nicht, was Menschen wertvoll macht. Sie verändert, wofür Menschen ihre Zeit aufwenden müssen.
Ob das entlastend wirkt, entscheidet sich nicht an der Technologie. Sondern an der Haltung.
Der Bits-&-Bots-Weg ist keine fertige Antwort. Er ist ein Rahmen, innerhalb dessen Entscheidungengetroffen werden. Er lädt nicht zum Mitmachen ein. Er verlangt keine Zustimmung. Er soll helfen, Arbeit klarer zu sehen – und Technik an ihren Platz zu setzen.
Nicht als Treiber.
Sondern als Werkzeug.
Mehr braucht es oft nicht.

